Die Schlachten bei Arbalo, Teutoburgiensis Saltus, Campus Idistaviso  und der Hildesheimer Silberfund

Varus

  1. Wie hätte sich der Name Varus  transformiert?
  2. Beyersche Burg
  3. Börry
   

Wie hätte sich der Name Varus  transformiert?

Wir können spekulieren und fragen, ob der Name des Varus selbst Spuren in der Hildesheimer Gegend hinterlassen habe. Wonach hätten wir zu suchen? Der Name erschiene in Genitiv- oder Adjektiv-Form: Vari / Varianus, Variana, Varianum / Varicus, Varica, Varicum 1 . Ein in früh- oder vormittelalterlicher Zeit ins Deutsche eingedrungenes V  hätte sich heute in B  verwandelt, analog Valeriana  ↣ Baldrian , Schlacht bei Ravenna  ↣ Rabenschlacht , Theoderich von Verona  ↣ Dietrich von Bern . So wären zum Beispiel folgende Herleitungen möglich:

lateinische Form Zwischenform (* hypotetisch) heutiger Name
*Varian{us,a,um} *Barianrode Barienrode , Dorf südlich Hildesheims
*castellum Vari *barische Burg Beyersche Burg , eine Straße in Hildesheim.
*Varici Villa Barigi (1004), siehe deBörry Geschichte
52° 01' 58" N 9° 27' 42" O Börry Bing Maps GeoHack Google Maps Mapquest Yahoo Maps

   

Beyersche Burg

Beyersche Burg auf dem Stadtplan von 1693 Beyersche Burg in Hildesheim heute, © Niedersachsen-Navigator
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Beyersche Burg heißt eine Straße in Hildesheim.

Benannt nach einer Hofstätte in der Dammstadt (1332 zerstört) beim Beyerschen Tor (1324), die erstmals 1330 als "Beygerscheburch" bezeugt ist... Den Namen trägt das Grundstück zweifellos nach einer Person mit dem Namen Beyer (als Vorname belegt), worauf die besitzanzeigende Endung -(i)sch deutet.

Knott 3

Die Straße Beyersche Burg  liegt an der Ost-West-Straße genau gegenüber der Straße Bennoburg . Beide wurden erst in neuerer Zeit benannt, doch liegen sie ungefähr an Stelle ihrer Namensgeber. Im Mittelalter war "Bennopolis" als Alias für Hildesheim geläufig. Auf dem alten Stadtplan von 1693 sieht man im Osten die Hildesheimer Stadtmauer und in der Mitte das Gelände der Beyerschen Burg. Sie war von Armen der Innerste umgeben, deren einziger Rest der Blänkebach ist.

Im Mittelalter lag dort die Dammstadt, ein Stadtviertel von Hildesheim. Befestigt war das Gelände durch die umgebenden Gräben. Da die Innerste, die im Harz entspringt, für ihre Hochwässer nach der Schneeschmelze berüchtigt war, eignete es sich nicht zum ganzjährigen Aufenthalt, wohl aber als Sommerlager.

Die Schlacht fand statt, als sich Varus und seine Legionen auf dem Rückweg ins Winterhauptquartier befanden.   deVarus´ Untergang
52° 09' 00" N 9° 56' 1" O Beyersche Burg in der Hildesheimer Dammstadt Bing Maps GeoHack Google Maps Mapquest Yahoo Maps
   

Börry

Rolf Bökemeyer  vermutete dort ein Römerlager. 4 Die auch auf modernen Luftbildern noch erkennbare, einem römischen Lager ähnliche Struktur gegenüber dem Atomkraftwerk Grohnde mag meines Erachtens auch ein Überbleibsel eines französischen Feldlagers aus dem Juli 1757 sein.

Auf Grund von Münzfunden konstruierte Bökemeyer   eine römische Straße Bad Pyrmont - Weserfurt - Börry - Ithpass - Lauenstein - Thüster Berg.


1 Beide Adjektiveformen kommen im Lateinischen vor: clades Variana , varicus = grätschend  ist von varus = krummbeinig  abgeleitet.

2 Niedersachsen-Navigator http://www.lgn.niedersachsen.de

3 Knott, Aslide J.: Straßen, Wege Gassen und Plätze in Hildesheim, Hildesheim: Gerstenberg, 1984

4 Bökemeyer, Rolf: Deutungsversuche von Fundplätzen römischer Münzen aus republikanischer bis in die frühtiberische Zeit zwischen Solling und Elm , http://http://www.fan-nds.de/roemer/zumnachlesen/deutungsversuche/index.html