Die Schlachten bei Arbalo, Teutoburgiensis Saltus, Campus Idistaviso und der Hildesheimer Silberfund

Elison (Ἐλίσων)

  1. Elison = Ilse
  2. Ilse als Bruchgraben
Nach dem Elison  aber hat man bislang vergebens gefahndet …
Rudolf Pörtner 1 Photographie der Ilse (Bruchgraben) bei Sarstedt Bruchgraben (Ilse) bei Sarstedt (Photographiert von J. Regel)    

Elison = Ilse

Die Flussnamen Elison  und Lupias  finden sich an den schon zitierten Stelle der Römischen Geschichte des antiken Historikers Cassius Dio 54, 33. (Vgl. auch Mommsen [1904] VIII, 1 ). Danach sei Drusus auf dem Feldzuge des Jahres 11 v. Chr. nur bis zur Weser gelangt. Nach unserer Theorie stieß er aber schon damals weiter auf dem Hellweg nach Osten vor; dabei wurde er bei Arbalo  / Garbolzum  überfallen. Zwei Jahre später, nach seinem Feldzug zur Elbe, kam er am selben Orte zu Tode.

Es liegt nahe, dass die beiden Flüsse Elison  und Lupias  östlicher zu suchen sind als bisher vermutet.

Karte der Gegend östlich Hildesheims, © Niedersachsen-Navigator

Zwischen Garbolzum  und Schellerten  vereinigen sich die Bäche Dinklarer Klunkau  und Dingelber Klunkau  zur Klunkau, die in einem Bogen nach Westen fließt und als Bruchgraben zwischen Sarstedt und Hildesheim in die Innerste mündet. (Photographien 2 )

Wie die Karte des Fürstbistums Hildesheim von Albert Karl Seuter  unten zeigt, hieß die Klunkau einst Ilse.  Auch heute noch heißt ein Nebenbach, der durch Hildesheim und Harsum in den Bruchgraben fließt, Ilsenbach.

Schellerten  und Garbolzum  lagen also einst an der Ilse. Wir vermuten, dass die Ilse  dem von Cassius Dio genannten, bisher nicht lokalisierten Elison  entspricht . Die Namensähnlichkeit tritt noch klarer hervor, wenn man weiß, dass der Ort Ilsen burg am Harzrand, der allerdings an einer anderen Ilse liegt, im Mittelalter Elisen aburg hieß ( Brockhaus: Ilsenburg) .

3 Karte des Fürstbistums Hildesheim und der angrenzenden Fürstentümer von Albert Karl Seuter.    

Ilse als Bruchgraben

Die Ilse ist zu einem Abzugskanal, dem Bruchgraben, kanalisiert, der immer wieder erneuert wurde. Bei Sarstedt mündet er in die Innerste. Möglicherweise ist der bei Ptolemaios genannte Ort Tulisurgium  mit Sarstedt identisch, und Tuli = Graben weist auf den Bruchgraben hin. Mehr im Kapitel Tulisurgium .


1 Pörtner, Rudolf: Mit dem Fahrstuhl in die Römerzeit, Städte und Stätten deutscher Frühgeschichte; Econ Verlag; Düsseldorf 1962 ; Seite 26.

2 SFV Sarstedt: Photographien des Bruchgrabens http://www.sportfischerei-verein-sarstedt.de/fotos/bruchgraben/bruchgraben.html

3 Niedersachsen-Navigator http://www.lgn.niedersachsen.de