Die Schlachten bei Arbalo, Teutoburgiensis Saltus, Campus Idistaviso  und der Hildesheimer Silberfund

Drususfeldzug 11 v. Chr.

Drususfeldzüge aus Putzger, F. W.: Historischer Weltatlas, 88. Auflage., S.34

Im Jahre 12 vor Christus begann der römische Feldherr Drusus 1  einen Krieg gegen die Germanen. Er führte eine römische Flotte längs der Nordseeküste und unterwarf die Friesen und Chauken, die vermutlich in Friesland bzw. an der Wesermündung siedelten.

Im Jahr darauf, 11 v. Chr., zog er in das Gebiet der Cherusker:

Die an der unteren [Weser] sitzenden Chauker wurden, wie ein Jahr zuvor von der Seeseite, so jetzt zu Lande angegriffen und damit das gesamte Gebiet zwischen Rhein und Weser wenigstens an den militärisch entscheidenden Stellen in Besitz genommen. Der Rückweg wäre allerdings, eben wie im vorigen Jahre, fast verhängnisvoll geworden; bei Arbalo  (unbekannter Lage) sahen sich die Römer in einem Engpass von allen Seiten von den Germanen umzingelt und ihrer Verbindungen verlustig; aber die feste Zucht der Legionäre und daneben die übermütige Siegesgewissheit der Deutschen verwandelten die drohende Niederlage in einen glänzenden Sieg 7.

Mommsen 2

Die Offensive  des nächsten Jahres richtete sich gegen die aufsässigen Sugamber. Drusus traf sie nicht zu Hause an, da sie gerade gegen die Chatten ins Feld gezogen waren, und wandte sich deshalb gegen die Cherusker. Auf dem Rückmarsch geriet er bei Arbalo , wohl in der Soester Gegend, in eine Falle, schlug sich aber durch und errichtete am Zusammenfluss von Lupias  und Elison , den Feinden zum Trotz,, eine Festung - jenes Aliso  vermutlich, das den Archäologen später so viel Kümmernis bereiten sollte.

Pörtner 3

Wie die beiden Textstellen und auch die Karte zeigen, wird allgemein angenommen, dass Drusus im Jahre 11 v. Chr. nur bis zur Weser (bis in die Gegend des heutigen Hameln) gelangt sei. Es steht aber außer Frage, dass er weiter nach Osten vordringen wollte und zwei Jahre später (9 v. Chr.) sogar bis zur Elbe vorstieß. Grund der Annahme ist der Bericht des Cassius Dio . Folglich wurden alle genannten Orte und Flüsse nur westlich  der Weser gesucht.

Entgegen Cassius Dio nehme ich an, dass Drusus schon 11 v. Chr. die Weser überschritt und zwar nicht sehr weit, aber bis in die Gegend von Hildesheim kam, bis er auf Widerstand traf und zur Umkehr gezwungen wurde. Die genannten Orte suchen ich darum östlich  der Weser.

Der Kartenausschnitt aus dem Historischen Weltatlas von F.W. Putzger, S. 34., zeigt den vermutlichen Verlauf der Feldzüge. Eine weitere Darstellung findet sich in Wikipedia Commons 4 .


1 de Nero Claudius Drusus

2 Mommsen, Theodor: Römische Geschichte, Buch VIII, 1. Kapitel, 1904 Kontext

3 Pörtner, Rudolf: Mit dem Fahrstuhl in die Römerzeit, Städte und Stätten deutscher Frühgeschichte; Econ Verlag; Düsseldorf 1962 ; Seite 20.

4 http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/c/cc/Druso_in_Germania_per_Wikipedia.JPG